Seit 1978 pflegen Deggendorf und Neusiedl am See eine lebendige Städtepartnerschaft.
Vielfältige Aktivitäten haben die Städtepartnerschaft auf allen (kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, etc.)
Ebenen vertieft. So wurden z.B. weitere Partnerschaften zwischen den Mitgliedern des Reservisten- und
Kameradschaftsbundes, den Wirtschaftstreibenden und den Handwerkern, den Schülern des Bundesgymnasiums Neusiedl am See
und des Comenius-Gymnasiums Deggendorf, den Feuerwehren der beiden Städte sowie der Polizeiinspektion Deggendorf
und der Polizei Neusiedl am See geschlossen. Aus der Vielzahl der Aktivitäten seien hier nur beispielhaft
erwähnt:
-
der
Besuch von 450
Deggendorfern,
die anlässlich
des 10jährigen
Partnerschaftsjubiläums
mit dem Deggendorfer
Knödelexpress
fuhren;
-
der
Staffellauf von
Polizeisportlern
des Bundesgrenzschutzes
Deggendorf nach
Neusiedl am See
-
die
Abschlussfahrten
der Deggendorfer
Hauptschulen sowie
-
die
sportlichen, kulturellen
und gesellschaftlichen
Begegnungen der
Vereine beider
Städte.
Anlässlich des Festaktes zum 15jährigen Gründungsjubiläum erklärten Oberbürgermeister Görlitz,
Bürgermeister Halbritter und seine Kaiserliche Hoheit Otto von Habsburg übereinstimmend, dass
Städtepartnerschaften eine unverzichtbare Grundlage des Europagedankens sind.
Geschichte der Stadt Deggendorf
Die ältesten Ansiedlungen auf dem heutigen Deggendorfer Stadtgebiet
befinden sich südlich der Donau. Auf dem
Natternberg reichen die Spuren bis in das
ältere Neolithikum (Linienbandkeramik, 6. Jahrtausend v. Chr.) zurück. Überreste der
Altheimer Kultur, die dem 3. vorchristlichen Jahrtausend angehört, fanden sich westlich
von
Fischerdorf. Unweit davon entfernt lag ein
großes bronzezeitliches Gräberfeld (ca. 1500 - 1200 v. Chr.). In der nachfolgenden
Epoche, der Urnenfelderzeit (1200 - 700 v. Chr.), wurde der Natternberg befestigt. Zu
seinen Füßen entstand eine ausgedehnte Siedlung. Die Hallstattzeit (700 - 500 v. Chr.)
hinterließ neben vielen Siedlungsspuren auch einen befestigten Herrenhof im Bereich der
heutigen Autobahntrasse. Erst während der keltischen Zeit entstand nördlich der Donau
eine erste dauerhafte Niederlassung. Sie lag im Bereich der heutigen Pfarrkirche Mariä
Himmelfahrt.
1002 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung Deggendorfs. König Heinrich
II. bestätigt dabei dem Kanonissenstift Niedermünster in Regensburg seinen Besitz in
Deggendorf.
Im 12. Jahrhundert entstand im nordöstlichen Bereich der heutigen
Altstadt eine erste Ansiedlung, die durch die Ausgrabungen der Stadtarchäologie
nachgewiesen werden konnte. Eine ganze Anzahl von Töpferöfen, die sich auch noch
jenseits der späteren Stadtgrenze fanden, lassen die Vermutung zu, daß es sich hier um
eine vorstädtische Handwerkersiedlung handelte, aus der sich im Laufe des 13.
Jahrhunderts die Stadt Deggendorf entwickelte. Diese Ansiedlung fällt zeitlich zusammen
mit der intensiven Besiedlung des mittleren Bayerischen Waldes, wofür Deggendorf
sicherlich eine zentralörtliche Funktion besaß.
1242 bis 1246 sterben die zwei bedeutendsten Geschlechter aus, die in
Deggendorf besitzend waren. Sowohl die Babenberger als auch die Grafen von Bogen
beerbten die Wittelsbacher mit ihrem Nachlass, weshalb Deggendorf in dieser Zeit eine
wittelsbachische Stadt wurde. Diese förderten die Stadt durch Privilegien
wirtschaftlicher und rechtlicher Art und befestigten sie nach außen hin.
1316 verlieh die Witwe des Herzogs Otto III., Agnes, Deggendorf das
Stadtrecht. Da man die Rechtsgültigkeit dieser Stadtrechtsverleihung jedoch
bezweifelte, ließ sich diese die Bürgerschaft 1320 von den drei gemeinsam regierenden
Herzogen Heinrich XIV., Otto IV. und Heinrich XV. erneut bestätigen. Als hervorragendes
Privileg dieses Stadtrechts ist das Recht auf Selbstverwaltung zu nennen.
1338 begann der Bau der Grabkirche "Peter und Paul". Den barocken Turm
baute 1722 - 1727 der Münchner Baumeister Johann Michael Fischer nach Plänen von Jakob
Pawanger und Johann Gunetzrhainer.
Schwere Zeiten erlebte die Stadt im 17. und 18. Jahrhundert durch die
Schwedeneinfälle im Dreißigjährigen Krieg und im österreichischen Erbfolgekrieg. Dabei
ging die Stadt wiederholt in Flammen auf.
Nach der im Jahre 1775 erstmals durchgeführten Volkszählung beherbergte
die Stadt 481 Familien mit insgesamt 2300 Einwohner innerhalb ihrer Mauern. 1935,
nachdem
Schaching nach Deggendorf eingemeindet war,
überstieg die Zahl der Einwohner erstmals 10000.
Im 19. Jahrhundert verbesserte man durch den Bau der Ruselstraße (1815 -
1817) und einer eisernen Donaubrücke (1859 - 1863) die Infrastruktur Deggendorfs
entscheidend. 1866 schloss sich Deggendorf auf Betreiben einer Interessengemeinschaft
von Deggendorfer Bürgern an das Eisenbahnnetz nach Plattling an. Der Bahnhof lag damals
noch in Fischerdorf und erst nach dem Bau einer Eisenbahnbrücke über die Donau 1877)
konnte dieser aufgelassen werden.
1879 wurde Deggendorf kreisunmittelbar, verlor die Kreisfreiheit 1940
und erhielt sie wieder 1948. Zum 1.7.1972 wurde der Stadt die Kreisfreiheit erneut
entzogen und ihr der Titel "Große Kreisstadt" verliehen.
Mit freundlicher
Genehmigung der Stadt Deggendorf.